Warum „Eine neue Ära“: Rekord-Steuereinnahmen, doch sind die Bevölkerung und die Unternehmen erschöpft?

Vor kurzem hat Premierminister Lê Minh Hưng die Regierung aufgefordert, dem Nationalrat einen Vorschlag zur Senkung der Einkommensteuer um 30 % in den Jahren 2026–2027 für Gewerbebetriebe und Unternehmen mit einem Jahresumsatz von weniger als 10 Milliarden Dong vorzulegen.

Dies ist ein zeitgemäßer und sehr zu begrüßender Schritt. Hinter dieser Entscheidung verbirgt sich jedoch eine bittere Realität, auf die der vietnamesische Industrie- und Handelsverband (VCCI) hingewiesen hat.

Nämlich, dass Unternehmer und Unternehmen derzeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, die denen auf dem Höhepunkt der Covid-19-Pandemie in nichts nachstehen.

Eine Umfrage der VCCI zeigt das düstere wirtschaftliche Bild des Privatsektors: Im Jahr 2025 verzeichnen bis zu 81 % der Gewerbebetriebe Umsatzrückgänge, und fast 74 % erzielen nur geringe Gewinne.

 

Auch die Lage der Unternehmen ist nicht besser: Mehr als 60 % haben Schwierigkeiten, Kunden zu finden – ein sprunghafter Anstieg gegenüber den 45 % des Vorjahres und eine Rückkehr zu den Panikwerten der Covid-Pandemie im Jahr 2019.

 

Der schrumpfende Markt und die erschöpfte Kaufkraft führen dazu, dass die Unternehmen es nicht mehr wagen, an eine Expansion oder neue Investitionen zu denken.

Innerhalb der Wirtschaft spielt sich derzeit eine große Paradoxie ab: Die Gesundheit der Bevölkerung verschlechtert sich, während die Staatseinnahmen explosionsartig steigen. Im Jahr 2025 erreichen die Gesamteinnahmen des Staatshaushalts etwa 2,65 Millionen Billionen Dong und liegen damit um 35 % über dem veranschlagten Betrag.

 

Stellt man diese beiden Bilder nebeneinander, stellt sich die Frage: Warum sind die Haushaltseinnahmen so extrem hoch, während private Unternehmen und Steuerzahler immer mehr ausbluten?

Ein Unternehmen muss aufgrund von Nachforderungsmaßnahmen und verschärften Kontrollen weiterhin mehr Steuern zahlen, was dazu führt, dass seine Gewinnspanne von Tag zu Tag schrumpft.

 

Nach Ansicht von Wirtschaftsexperten ist es eine nicht nachhaltige Politik, wenn der Staat die Steuern bis zum Äußersten eintreibt, während die Bevölkerung bereits bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit ausgelaugt ist.

Denn Steuereinnahmen sind nur dann gesichert, wenn die Wirtschaft wirklich atmen kann und die Steuerzahler überleben, um ihre Geschäftstätigkeit fortzusetzen.

Hong Linh – Thoibao.de